KI & Automatisierung
Warum KI-Projekte scheitern, bevor sie beginnen
KI ist kein Produkt, das man kauft und einschaltet. Sie ist ein Werkzeug, das zu einem konkreten Problem passen muss — und genau da liegt der häufigste Fehler: Projekte starten mit der Technik, nicht mit dem Problem.
Der Fehler passiert vor der ersten Zeile Code
„Wir wollen KI einsetzen“ ist keine Aufgabenstellung, es ist eine Absichtserklärung. Wer damit direkt in die Umsetzung geht, baut etwas Beeindruckendes, das niemand im Betrieb wirklich braucht — und wundert sich sechs Monate später, warum es niemand benutzt.
Die eigentliche Arbeit liegt davor: Welche Anwendungsfälle gibt es in diesem konkreten Betrieb wirklich? Welche davon lohnen den Aufwand — und welche sind nur Marketing? Das ist keine Fleißaufgabe, sondern der Unterschied zwischen einem Projekt, das Zeit spart, und einem, das nur Zeit kostet.
Erst das Problem suchen, dann bauen
Deshalb steht am Anfang jedes KI-Vorhabens bei uns eine Bestandsaufnahme, keine Umsetzung: Was geht heute wirklich mit KI, und was ist nur Marketing? Welche Fälle im eigenen Betrieb wären den Aufwand tatsächlich wert? Am Ende steht eine priorisierte Liste — nicht drei, sondern eine, mit der man tatsächlich anfängt.
Erst danach folgt ein einzelner Anwendungsfall, produktionsnah gebaut, auf echten Daten — mit Kriterien für „hat funktioniert“, die vorher gemeinsam festgelegt werden. Nicht, weil das vorsichtiger klingt, sondern weil sich so vor dem Geld entscheidet, ob sich die Sache lohnt, statt danach.
Klare Abbruchkriterien sind kein Misstrauen
Ein Pilot, der nicht scheitern kann, ist kein Pilot, sondern eine teure Umsetzung mit Testphasen-Etikett. Go- oder No-Go-Kriterien vorher schriftlich festzulegen bedeutet: Wenn der Anwendungsfall nicht trägt, ist das ein Ergebnis, kein Fehlschlag. Genau diese Klarheit fehlt in den meisten gescheiterten Projekten — nicht die Technik.